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Betreuung des Versuchs
Michael
Böhmer
Thomas Eberl |
Anhand dieses FoPra-Versuchs sollen grundlegende Kenntnisse über die
Möglichkeiten und Grenzen der erdgebundenen optischen Astronomie
vermittelt werden. Dazu werden Beobachtungsreihen mit einem Amateurteleskop
durchgeführt.
Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Erwerb von Allgemeinwissen über
Astronomie sowie der den jeweils beobachteten Objekten zugrundeliegenden
Physik. Grundkenntisse auf dem Gebiet der Astronomie sind hilfreich, aber
nicht erforderlich.
Astronomie berührt viele Bereiche der Physik. Im Versuch werden möglichst viele Felder davon angesprochen, beispielsweise:
Jede Beobachtungsnacht beginnt mit einer Orientierung am Sternhimmel
(Sternbilder, astronomische Koordinatensysteme, Handhabung von Sternkarten).
Das konkrete Beobachtungsprogramm wird erst in der jeweiligen
Beobachtungsnacht festgelegt; nicht jede Nacht ist zur Beobachtung bestimmter
Objekte geeignet. Für Planetenbeobachtungen ist eine ruhige
Atmosphäre Voraussetzung, die Transparenz eher nebensächlich.
Lichtschwache Deep-Sky-Objekte erfordern weniger Luftruhe als vielmehr klare
Sicht (geringer Partikel- und Wasserdampfgehalt).
Je nach Sichtbarkeitsbedingungen werden Messungen an einem oder mehreren
der folgenden Objekte durchgeführt:
Die Durchführung des Versuchs ist witterungsabhängig. Bewölkte
oder neblige Nächte scheiden für die Beobachtung aus. Die Tage um
Vollmond (Streulicht) erlauben im Gegensatz zu dunklen Nächten keine
Deep-Sky-Objekte (Nebel, Galaxien, Sternenhaufen).
Die Gruppen werden kurzfristig (eMail oder Telefon) bei geeigneten
Beobachtungsbedingungen informiert. Bei der Anmeldung der Gruppen werden
dafür Telefonnummern und eMail-Adressen benötigt.
Die Durchführung des Versuchs dauert je nach Witterung und Lust
4 bis 6 Stunden.
Insbesondere in sternklaren Nächten wird es nach einiger Zeit sehr
kalt. Hinzu kommt, daß man während der Beobachtung wenig Bewegung
hat. Warme Kleidung (evtl. Überhosen, Handschuhe, warme Jacke, Mütze)
ist daher dringend empfohlen. Auch warme Getränke (Tee, Kaffee) sind
hilfreich. Von alkoholhaltigen Getränken (Glühwein, Tee mit
Rum, etc.) wird abgeraten, da diese einen dramatisch negativen Einfluß
auf die Nachtsicht des menschlichen Auges haben.
Die Mitnahme von Weißlichtlampen wird nicht empfohlen.
Besser geeignet sind Rotlicht-Leuchten wie Fahrradrückleuchten und
LED-Leuchten (z.B. Schlüsselanhänger).
Normale Taschenlampen stören die Nachtadaption des menschlichen Auges
(Dauer etwa 30 Minuten) empfindlich und führen bei ihrer Anwendung zu
einer eingeschränkten Sicht speziell bei Deep-Sky-Objekten.
Falls astronomietaugliche Ferngläser (7x42 und größer) oder
Teleskope zur Verfügung stehen, können diese gerne mitgebracht
werden. Ein Stativ ist speziell für Ferngläser zu empfehlen.
Wegen der Nähe des Beobachtungsortes zum neuen Forschungsreaktor FRM II
der TU München muß leider mit wiederholten Kontrollen durch die
"Schwarzen Sheriffs" gerechnet werden. Diese können wegen der
kurzfristigen Blendung mit Weißlicht (Fernlicht am Auto, Taschenlampen)
ebenfalls zu verminderter Sicht führen.
Es gibt mehrere Quellen im Internet, wo man sich zumindest einen groben Überblick über die gerade herrschende Großwetterlage verschaffen kann:
Das Praktikum wird auf dem Gelände der TU München in Garching
durchgeführt. Treffpunkt ist der Hügel an der Flugzeitstrecke
des Tandembeschleunigers bei den Radioteleskopen (FoPra Extraterrestrische
Mikrowellen).
Da die Messungen erst nach Einbruch der Dunkelheit beginnen
können bzw. viele astronomisch interessante Objekte (Planeten !) erst
spät in der Nacht sichtbar sind, kann sich das Praktikum auch bis
spät nach Mitternacht dauern.
Die öffentlichen Verkehrsmittel
(MVV)
fahren jedoch nicht so lange (die letzte U-Bahn ab Garching-Hochbrück
fährt Mo. bis Do. um 0:46 Uhr); eine Absprache der Gruppen untereinander
wegen Fahrgemeinschaften ist also sinnvoll. Wer ein Auto zur Verfügung
hat oder von anderen Teilnehmern mitgenommen werden möchte, wird gebeten
dies frühzeitig anzukündigen.
Im Notfall steht eine Übernachtungsmöglichkeit in der Garchinger
Fachschaft zur Verfügung (Schlafsack und Isomatte !).
Als Hauptinstrument steht ein Schmidt-Cassegrain-Spiegel mit 2m Brennweite und 8 Zoll Öffnungsweite auf einer parallaktischen Montierung zur Verfügung. Messungen können mit einem speziellen Messokular (Baader Micro Guide) und / oder mit einer astronomietauglichen CCD-Kamera (ST4) durchgeführt werden. Die Aufnahmen werden zur weiteren Datenaufbereitung an einen PC weitergeleitet. Zur Orientierung am Himmel werden Sternatlanten verwendet.
Literaturhinweise finden sich in der Anleitung. Dort sind auch einige aktuelle Links zu astronomischen Themen zu finden.